DaZ – Deutsch als Zielsprache

NEU! In den Herbstferien 2021 finden Lernferien für die Kinder der drei Klassen der Schulneulinge 2021/22 statt. In der Zeit des Lockdowns war es vielen Kindern, deren Muttersprache nicht deutsch ist, nicht möglich ihren Wortschatz durch die Nutzung der Sprache im Kindergarten zu erweitern. Stattdessen waren sie im häuslichen Umfeld und somit überwiegend in ihrer Muttersprache im Gespräch mit der Familie.

Um diesen Kindern die Chance zu bieten, ihre Sprachkompetenz zu erweitern, findet in der Zeit von Montag, den 11.10.2021 bis Donnerstag, den 14.10.2021 in der Zeit von 9 Uhr bis 12 Uhr in der Bismarckschule das Angebot „Lernferien DaZ“ mit zwei Sonderpädagoginnen aus dem Schwerpunkt Sprache statt. Anmeldungen erfolgen über die Schule.

Mit Beginn des Schuljahres 2020/21 konnte Frau Carolin Vornholt das Team der Bismarckschule verstärken. Sie hat unter anderem das Fach Englisch für die Grundschule studiert. Mit großem Engagement zeigte sich gleich bereit die acht neuen nicht deutsch sprechenden Kinder in einer jahrgangsübergreifenden Lerngruppe mit 14 Wochenstunden zu unterrichten. Der Stundenplan der Kinder wurde zugrunde gelegt, sodass die Kinder an allen Fächern ihrer Klasse teilnehmen können, an denen sie nicht ausschließlich die Sprache benötigen. Der ausgefeilte Stundenplan ermöglicht eine individuelle und intensive Förderung. Frau Vornholt selbst mit am Studienangebot DaZ-Schule der Uni Münster teil. Hier werden linguistische, (spracherwerbs-)theoretische und unterrichtspraktische Grundlagen des Lehrens und Lernens von Deutsch als Zweitsprache vermittelt und in den berufspraktischen Kontext gestellt. Die Inhalte sind auf die Sprachlernbedarfe von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Vorbereitungs- und Regelklassen oder in Kleingruppen ausgerichtet. Es besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung auf die Sprachförderung im Primar- oder Sekundarbereich.

Herkunftssprachlicher Unterricht

fast die Hälfte der in nordrhein-westfälischen Schulen eingeschulten Kinder wächst mit mindestens zwei Sprachen auf. Aufgabe von Schule ist es u.a. alle Chancen und Potentiale, die von diesen Schülern und Schülerinnen ausgehen, wie z.B. die natürliche Mehrsprachigkeit, wertzuschätzen und zu fördern.

Durch das Angebot von Herkunftssprachlichem Unterricht soll die natürliche Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern wertgeschätzt werden (Teilhabe- und Integrationsgesetz vom 06.02.2012).
Aufgabe des Unterrichts ist es, die herkunftssprachlichen Fähigkeiten in Wort und Schrift aufzubauen, zu erhalten, zu erweitern und wichtige interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln (BASS-Erlass 13-61, Nr.2). Für den HSU gibt es einen Lehrplan für die Jahrgänge 1-6 und einen Lehrplan für die Jahrgänge 7-10.
In Abgrenzung zum Fremdsprachenunterricht geht es nicht darum, dass eine neue Sprache erlernt werden soll. Es werden daher als Voraussetzung zur Teilnahme am HSU Kenntnisse in der entsprechenden Sprache vorausgesetzt. Auf der Homepage des Schulamt Steinfurt findet man nun alle Informationen zum Bereich Integration, Herkunftssprachlicher Unterricht, Sprachprüfungen unter folgender Internetadresse: www.kreis-steinfurt.de –> Kreisverwaltung –> Ämter –> Schulaufsicht –> Integration

https://www.kreis-steinfurt.de/kv_steinfurt/Kreisverwaltung/%C3%84mter/Schulaufsicht%20-%20Schulamt%20f%C3%BCr%20den%20Kreis%20Steinfurt/Integration/Herkunftssprachlicher%20Unterricht/

 DaZ Unterricht ist mehr, als das Erlernen einer neuer Sprache, in der die Bildungsinhalte vermittelt werden und mit der die Kinder in ihrem sozialen Umfeld kommunizieren. DaZ bedeutet für die Lehrer, sprachsensibel zu unterrichten und das in allen Fächern. Auch in vermeintlich spracharmen Fächern wie z. B. Mathematik ist die rezeptive sowie die produktive sprachliche Kompetenz relevant für die schulischen Erfolge. Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass die Lehrer zunächst einen „Wortspeicher“ erstellen, in denen die Worte aufgenommen und geklärt werden, die alle Kinder für das Verstehen der Aufgaben kennen müssen. So sollen die Kinder bei Sachaufgaben immer ausreichend Zeit bekommen, um im eigenen Tempo den Text zu erlesen und zu verstehen. Wichtig ist dann die Frage, nach den Inhalten, die das Kind verstanden hat.

Mit Beginn des Schuljahres 2020/21 nahm die Bismarckschule 8 neue Kinder aus dem Iran, Irak und Nigeria auf. Das Schulamt Steinfurt unterstützt die DaZ-Förderung für diese Kinder durch die Bereitstellung einer halben Lehrerstelle. Frau Carolon Vornholt wird in der Zeit bis Ende November in Kleingruppen mit den Kindern Deutsch lernen. Frau Vornholt ist Grundschullehrerin für die Fächer Deutsch und Englisch. Die Kinder sind Klassen zugeordnet. Damit sie sich auch in das Klassengefüge schnell einfinden nehmen sie in den Fächern Kunst, Englisch, Musik, Sport und in der „Freiarbeit“ am Unterricht ihrer Klasse teil. 

In der Zeit von Februar bis Juni 2018 nahmen die Frau Hannah Langen und die Schulleiterin Frau Claudia Bock an einer umfangreichen Fortbildung „DaZ Schule“ des CEMES an der Uni Münster teil. Nun erhielten beide ihr Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme. Frau Langen und Frau Bock erarbeiteten gemeinsam  zunächst für das Team der Bismarckschule und dann auch für die  Eltern in der Schulkonferenz das neue Konzept der Förderung im Sinne „Deutsch als Zielsprache“ an der Bismarckschule. Das Lehrerkollegium erhält nun die Chance, die Arbeit im sprachsensiblen Unterricht durch das CEMES begleiten zu lassen.

An der Bismarckschule finden auch die Kinder eine schulische Heimat, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind und hier in Burgsteinfurt eine neue Heimat finden wollen. Oft sind diese Kinder durch die Erfahrungen, die sie auf der Flucht gemacht haben traumatisiert. Sobald die Eltern für sich und ihre Kinder eine Wohnung gefunden haben, kümmern sie sich um die Anmeldung ihrer Kinder im Kindergarten und/oder in der Schule.

Zudem gibt es Kinder in den Klassen der Bismarckschule, die schon längere Zeit in Deutschland leben, aber wenig Sprachkenntnisse besitzen. Diese Kinder haben ein Anrecht auf eine Sprachförderung im Sinne einer „Erstförderung“. Sie haben einen Anspruch auf eine intensive Förderung in der Sprache, damit sie möglichst bald auch am Regelunterricht teilnehmen können. Kinder, die sich bereits gut verständigen können, aber deren Sprachkenntnisse noch nicht ausreichen um im Fachunterricht beurteilt werden zu können, nehmen an der „Anschlussförderung“ teil. Neben dem verpflichtenden Unterricht durch die Schule, besteht die Möglichkeit über das Bildungs- und Teilhabepaket eine gezielte Lernförderung durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen – den Lernförderern zu bekommen. Bei der Beantragung der Mittel steht Frau Betty Loschelder den Eltern und Lehrern als BuT-Lotsin zur Verfügung.

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